Wirbelsäulenchirurgie

Viele Patienten und selbst Mediziner halten grundsätzlich nichts von Eingriffen an der Wirbelsäule. Diese gelten gemeinhin für gefährlich und überflüssig. Grund dafür sind schlechte Ergebnisse und persönliche Erfahrungen aus der Vergangenheit. Der schlechte Ruf kommt aus einer Zeit, in der man nur wenig wusste über die Besonderheiten der Wirbelsäule und in der es nur wenige unspezifische Operationsverfahren gab, die sehr blutig verliefen und große Narben zurück ließen. Die moderne Wirbelsäulenchirurgie ist sehr viel besser als ihr Ruf!

In den letzten Jahren sind durch intensive Entwicklungsarbeit und wissenschaftliche Erkenntnisse weitreichende Fortschritte erzielt worden, die uns heute ein sehr viel breiteres Spektrum operativer Eingriffe ermöglichen, als das früher der Fall war. Es eröffnen sich dem Patienten heute meist mehrere Optionen. Dadurch kann eine Behandlung – eine entsprechend sorgfältige Anamnese und Diagnostik vorausgesetzt – auch wirklich spezifisch, das heißt auf den Patienten und sein konkretes Problem exakt abgestimmt, erfolgen.

Moderne Wirbelsäulenchirurgie: minimal-invasiv, perkutan und schonend

Die allermeisten Operationen an der Wirbelsäule, selbst große rekonstruktive Eingriffe, lassen sich heute minimal-invasiv, das heißt gewebeschonend, durchführen. Dafür bedarf es aber neben den speziellen Instrumenten und innovativen Implantaten auch großer Erfahrung und überdurchschnittlichen chirurgischen Geschicks. Das ist vergleichbar mit der modernen Luftfahrt. Es gibt viele Piloten, doch nicht jeder kann die modernen hochtechnisierten Flugzeuge auch fliegen und in brenzligen Situationen beherrschen.

Natürlich birgt jede Operation für den Patienten auch Risiken; jeder Flug für den Passagier aber auch! Im Unterschied zum Piloten klärt der verantwortungsvolle Chirurg seine Patienten selbstverständlich über alle möglichen Komplikationen auf. Der Patient erwartet das auch. Von einem Piloten wünscht sich der Passagier aber genau das nicht. Er bekäme es mit der Angst zu tun, wenn er wüsste, was alles so auf einem Flug in den Urlaub passieren könnte. Vielleicht würde er dann gar nicht fliegen und zu hause bleiben. Als vollständig aufgeklärter Patient geht es demselben Menschen oft ähnlich. Ein Wirbelsäulenleiden nicht zu behandeln, ist allerdings ebenso wenig ohne Risiko wie eine Operation. Und der Patient ist darum auch oft hin und hergerissen und stark verunsichert. Die Angst besteht meist vor dem Ungewissen, dem Unbekannten. Niemand legt gerne sein Schicksal jemand anderem in die Hand. Dem Patienten die Angst zu nehmen und ihm dennoch alles zu sagen was er wissen muss, um Für und Wider selbst abwägen und wichtige Entscheidungen bewusst treffen zu können, das ist Teil der Kunst eines guten Chirurgen.

Im Folgenden finden Sie Beispiele moderner Wirbelsäulenchirurgie:

Ganz anders als früher spielen die perkutanen Eingriffe eine große Rolle. Dies sind neuartige Behandlungsmethoden, die sich über winzige Einstiche der Haut durchführen lassen und nicht mit herkömmlichen Operationen vergleichbar sind. Die bewährten klassischen Operationen lassen sich heute meist in mikrochirugischer Technik über kleine Schnitte durchführen. Den großen Unterschied macht bei den minimal-invasiven Verfahren aber nicht die Größe des Hautschnittes, sondern die besonders schonende Behandlung der Muskulatur. Wo früher grob geschnitten, gezogen und dabei zerstört wurde, wird heute nur sanft gespalten, gedehnt und damit erhalten. Dies ist besonders wichtig für die Rehabilitation, denn deren Erfolg basiert auf einer gesundeten Muskulatur.

Aus diesen und vielen anderen Gründen ist die moderne Wirbelsäulenchirurgie mit der früherer Zeiten nicht zu vergleichen und sind die Ergebnisse viel besser als früher.