Symptome

Folgende Beschwerden oder Auffälligkeiten können als Symptome Hinweise auf eine mehr oder minder schwere Problematik an der Wirbelsäule sein.

Auch wenn für den Patienten Schmerzen meist sehr viel eindrucksvoller sind, so müssen Störungen anderer Nervenfunktionen unbedingt Beachtung finden. Denn, Nervenschädigungen sind unter Umständen nach einer gewissen Zeit nicht mehr reversibel und müssen darum beizeiten behandelt werden. Da Schmerz, Sensibilität und Kraft von jeweils anderen, unterschiedlich empfindlichen, Nervenfasern derselben Nervenwurzel abhängen, kann eine Bedrängung einer Nervenwurzel oder des Rückenmarks, besonders wenn sie nur einseitig oder punktuell ist, zu einem selektiven Ausfall einer der Qualitäten führen, während die anderen nicht beeinträchtigt erscheinen.

Für alle neurologischen Symptome gilt, daß sie in seltenen Fällen auch zentral bedingt sein können. Das heißt, es ist möglich, daß die Ursache nicht im Bereich der Wirbelsäule sondern im Gehirn zu suchen ist. Ein Wirbelsäulenexperten kann dies erkennen, eine entsprechende weiterführende Diagnostik einleiten und die fachkundige Beratung und Behandlung durch Spezialisten vermitteln.

Sollten Sie das eine oder andere Symptom selbst aufweisen, ist zwecks umgehender Überprüfung der Bedeutung für Ihren individuellen Fall die persönliche Vorstellung bei einem Wirbelsäulenexperten dringend zu empfehlen.

Die Klärung der Frage, woher ein Schmerz rührt ist oftmals schwieriger, als zunächst zu vermuten. Schmerzen, die an einer bestimmten Stelle des Körpers empfunden werden, müssen nicht zwangsläufig lokal entstehen, sondern können ihren Ursprung durchaus woanders haben und über komplizierte Verschaltung der Nervenbahnen fortgeleitet sein. Die Reizung einer Nervenwurzel (lat. – radix / dtsch. – Wurzel) führt oft zu einem sogenannten radikulären Schmerz. Einen diesem sehr ähnlichen, aber nicht aus der Nervenwurzel herrührenden Schmerz nennt man pseudoradkulär. Es sind individuelle Varianten möglich. Die Unterscheidung zwischen lokalen, peripheren, radikulären und pseudoradikulären Schmerzen ist immer die Aufgabe eines erfahrenen Arztes.

Lokale Schmerzen – im Bereich der Wirbelsäule

  • Nackenschmerzen / Cervicalgie
  • Rückenschmerzen / Dorsalgie
  • Kreuzschmerzen / Lumbalgie

Periphere Schmerzen – ausstrahlend/fortgeleitet

  • radikuläre / pseudoradikuläre Schmerzen
  • Kopfschmerzen / Cephalgie
  • Armschmerzen / Brachialgie
  • Beinschmerzen / Ischialgie
  • Leistenschmerzen
  • Gesäßschmerzen / Glutaealgie

Einer Schwäche oder Kraftlosigkeit in einer oder mehreren Extremitäten kann eine Nervenwurzel-Schädigung zu Grunde liegen.

Da viele Muskeln nicht nur von einer, sondern von mehren Nervenwurzeln versorgt werden, ist dann eine Lähmung auch oft nicht komplett, sondern unvollständig. Das bedeutet, daß z. B. das Treppensteigen erschwert ist, es zu häufigem Stolpern oder zu Gangstörungen kommt, der Faustschluß nicht mehr so kraftvoll ist, wie früher, oder die Kaffeetasse nicht mehr ruhig gehalten werden kann.

Zur standardisierten neurologischen Untersuchung gehören der Einbeinstand, der Zehenspitzenstand, der Hackengang und die Hockstellung sowie das Aufrichten aus derselben. Selten sind derartige Symptome aber auch als ein Hinweis auf einen krankhaften Prozeß im Gehirn zu werten.

Eine typische radikulär bedingte Empfindungsstörung ist das Taubheitsgefühl, das aber oft mit dem Begriff der Lähmung verwechselt wird.

Vielmehr besteht entweder eine vollständige Gefühllosigkeit (Anaesthesie) in bestimmten Hautarealen oder es fühlen sich diese an, als wären sie in Watte gepackt. Auch unvermittelte Empfindungen (Paraesthesien) z. B. das sogenannte Ameisenlaufen, Hitze- oder Kältegefühl, Prickeln oder Nadelstiche sind Folge der Beeinträchtigung der Nervenbahnen und Ausdruck einer eingeschränkten Sensibilität.

Auch krankhafte Prozesse im Gehirn, Störungen der Nervenenden in der Haut oder der Blutversorgung, bzw. der Funktion der Blutgefäße können die Ursache sein.

Eine Störung des Gleichgewichtssinnes ist meist ein zentralnervöses Geschehen. Das heißt, die Ursache ist im Innenohr, im Gehirn oder im Bereich der dieses versorgenden Blutgefäße zu suchen. Schwindel und Gangstörungen können damit einhergehen.

Nicht selten aber empfinden Patienten dergleichen aber auch bei krankhaften Prozessen an der Halswirbelsäule. Deshalb sollte diese in diesem Zusammenhang besonders dann fachkundig untersucht werden, wenn andere Ursachen nicht zu finden sind.

Treten neben besonders starken Schmerzen in umgrenzten Wirbelsäulenabschnitten auch allgemeine Krankheitssymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Nachtschweiß oder anderes mehr auf, so müssen dringend eine Infektion und ein Tumorleiden ausgeschlossen werden.

Im Bereich der Wirbelsäule können unter ungünstigen Bedingungen sowohl die Wirbelkörper (Spondylitis), als auch die Bandscheiben (Diszitis) durch Mikroorganismen besiedelt werden. Dies trifft vor allem auf systemisch erkrankte und ältere Personen zu. Eine beide Strukturen betreffende Infektion nenn man Spondylodiszitis. Diese kann zu einer Streuung der Keime über die Blutbahn und damit zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen. Auch können sich Abszesse bilden, die wiederum über den Spinalkanal einer Entzündung der Hirnhaut (Meningitis) oder gar des Gehirns (Enzephalitis) verursachen können. Unbehandelt kann das zu schweren dauerhaften Lähmungen und sogar zu Tod führen. Das Auftreten der beschriebenen Konstellation von Beschwerden muß alarmieren und erfordert umgehende ärztliche Diagnostik und ggf. auch Behandlung. Ein zeitlicher Aufschub ist nicht akzeptabel, da sich eine Infektion der Wirbelsäule sehr schnell ausbreiten und dramatische Folgen haben kann.

Hinter den beschriebenen Symptomen kann sich auch eine Krebserkrankung verbergen, die immer in diesem Zusammenhang ausgeschlossen werden muß, da auch hier meist sofortiger Handlungsbedarf besteht.